In seiner Kolumne "Stadtplan" auf DiePresse.com stellte Christoph Chorherr am 12.8.2007 unter dem Titel "Wer Auto fährt kommt zu spät" folgendes fest: "Autofahrer glauben, nein, sind sicher, dass sie viel schneller sind, als es irgend möglich wäre."
Im Rahmen seiner Diplomarbeit "Objektive und subjektive Wartezeiten im Individualverkehr" stellte im Jahr 1979 Peter Morwitzer Autofahrern, die im Stau standen, unter anderem folgende Frage: "Was schätzen Sie, welche Strecke könnten Sie während dieser Wartezeit im flüssigen Stadtverkehr schon gefahren sein?" (S. 21). Bereits damals zeigte sich, dass die Autofahrer ihre Geschwindigkeit massiv überschätzen. Nur etwa 20% der Befragten schätzen Entfernungen, die einer realistischen Geschwindigkeit im Stadtverkehr entsprechen. Bei etwa 10% der Befragten würde die Geschwindigkeit innerorts (!) sogar über 100 km/h liegen.
Die folgende Abbildung zeigt den Zusammenhang zwischen objektiver, physischer Zeit einerseits und der subjektiv von den Befragten angegebenen Entfernung bei freiem Verkehrsfluss und der mit einer realistischen Geschwindigkeit innerstädtische zurücklegbaren Entfernung andererseits.